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Instamaticfilm PAK 126 – die letzten Fotos ihrer Art

Während Pocketfilm sich seiner Wiederbelebung erfreut, können wir getrost noch einmal die Taschentücher zücken und um einen großen Bruder des kleinen Kassettenfilms trauern: Instamatic.

Instamatic PAK 126 Film Abzüge im Quadrat

Vier quadratische Abzüge von Instamaticfilm – © Überlicht (MB)

Zwar wird er bereits seit 2007 nicht mehr hergestellt und ist schon eine Weile nur noch schwer bzw. teuer zu bekommen, dennoch hat erst kürzlich der einzige und letzte in meinem Besitz befindliche Instamaticfilm seinen Weg ins Labor gefunden.

Erfreulicherweise ist er von dort auch wieder zurückgekehrt und hat mir 24 bunte Bilder mitgebracht, allesamt analog ausbelichtet (ohne den Umweg über die Digitalisierung, wie es im Großlabor heute sonst üblich ist). Und alle wunderschön quadratisch.

Instamatic 126 Kassettenfilm, einfach, 24 Bilder

Fähnchen auf abgelaufenem Instamaticfilm PAK 126 – Überlicht (MB)

Instamatic, analoge Fotografie auf Film im Quadrat

Zeltdach fotografiert mit Instamatic – © Überlicht (MB)

Das Filmformat des Instamatic PAK 126 ähnelt dem des bekannten 35-mm-Kleinbildfilms mit einem Unterschied in der Lochung: Im Gegensatz zum KB-Film ist der Instamatic nur auf einer Seite gelocht – pro Bild mit einem Loch. Belichtet wird jeweils ein Quadrat mit den Maßen 28 x 28 mm. Obwohl die Filmbreite identisch ist, lässt er sich nicht mit den gängigen Scanmasken für Kleinbildfilm digitalisieren.

Seine Geschichte beginnt 1963, als Kodak den Kassettenfilm vom Typ 126 auf den Markt bringt. Der in die Kassette integrierte Filmtransport ermöglicht sehr einfache Kamerakonstruktionen und ist in der Handhabung vollkommen unkompliziert. Die Konkurrenten des Instamatic sind zunächst Agfa Rapid und später der Kleinbildfilm. Mit der Automatisierung des Filmtransports bei Kleinbildkameras ist das Ende des Instamaticfilms in Sicht.

Instamatic Film 126, quadratisch, analoge Fotos

Winterspaziergang mit Instamatic PAK 126 – © Überlicht (MB)

Es gibt nicht viele quadratische Filmformate neben 6×6-Mittelformat, umso bedauerlicher ist der Abschied von Instamatic. Immerhin steckt in der kleinen Kassette eine ganz ordentliche Bildqualität (gemessen an der Einfachheit der Kameras – zumindest Filmkorn tritt nicht so stark in Erscheinung wie beim Pocketfilm) und das Fotografieren ist noch leichter als mit einer Agfa Click. Womöglich ist der Instamatic sogar Namensgeber für die Foto-App Instagram.

Instamatic Filmkassette mit 24 Aufnahmen

Eine von 24 Aufnahmen der Instamatic-Filmkassette – © Überlicht (MB)

Für die unzähligen, schönen Instamatic-Kameras bleibt nun nur noch die Hoffnung auf eine Auferstehung des Films – immerhin ist Ostern genau die richtige Zeit, um auf solche Wunder zu hoffen.

Instamaticfilm von Kodak, Filmkassette wie Pocketfilm

Der Kassettenfilm Instamatic ist nur noch schwer zu bekommen – © Überlicht (MB)

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2 Kommentare zu “Instamaticfilm PAK 126 – die letzten Fotos ihrer Art”

  1. Da uns per E-Mail die Frage erreicht hat, wo der Instamaticfilm PAK 126 entwickelt werden kann, kommt hier noch eine kurze Ergänzung zum Artikel – vielleicht gibt es ja noch mehr überlebende Instamaticfilme da draußen, die gerne im Entwickler baden und etwas Fixierer schlürfen möchten.

    Im Grunde gibt es für all jene, die Farbnegativfilm nicht selbst entwickeln möchten oder können, zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, den Instamatic vertrauensvoll in die Hände eines Fachlabors zu geben. Die zweite Möglichkeit wäre, den Kassettenfilm im örtlichen Drogeriemarkt mit Fotoservice auf eine Reise ins Großlabor zu schicken. Allerdings kann es nicht schaden, vorher kurz beim Großlabor anzurufen, um sicherzugehen, dass Instamaticfilm PAK 126 dort noch entwickelt wird (die Telefonnummer findet man entweder an der Fotostation im Drogeriemarkt oder auf dessen Website).

    CEWE hat im vorigen Jahr bei der Entwicklung gute Arbeit geleistet und, wie die freundliche Dame am Telefon nicht ganz ohne Stolz erzählte, meine Instamaticabzüge komplett analog ausbelichtet (weil der Film glücklicherweise nicht in die modernen Maschinen passt, die erst alles digitalisieren und schärfen, bevor ein Foto ausbelichtet wird).

  2. Einige Anmerkungen:
    Erfinder der 126 Instamatic Cassette ist niemand anderes als Hubert Nerwin, der einige der schönsten Zeiss-Ikon-Kameras vor und nach dem 2.WK konstruierte, und in den frühen 60ern (oder noch früher) von Kodak nach USA gelotst wurde. Vorbild war (natürlich) der Rollfilm, und wenn man es genau ansieht, so ist ein Kassettenfilm einfach ein Rollfilm mit Rückpapier, aber in 24mm Breite und in einer Kassette. Die Parallele zur Tonbandkassette drängt sich auf…
    Es ist eigentlich sehr einfach, die leicht und ohne Zerstörung zu öffnenden Kassetten mit neuem Film zu befüllen. Die Abgabe der Kassetten in einem Labor führt dagegen regelhaft zur Zerstörung derselben, was schade ist. Mit normalem, gelochten Film hat man allerdings das schöne quadratische Format nicht mehr, und ungelochten Film gibt es kaum, und man müsste die Löcher an der richtigen Stelle stanzen…
    Vielleicht erbarmt sich Adox oder Lomo doch einmal.
    Gruß cacol

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