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Zoomobjektiv Panasonic Lumix G 14-42 getestet, mit Pancakes verglichen

Wenn man sich nach einer Kamera des G-Systems von Panasonic umsieht, so findet man diese häufig im Paket mit dem Objektiv Lumix G 1:3,5-5,6/14-42 ASPH O.I.S. im Händlerregal. Von Panasonic wird es zu einem UVP von 219 € gelistet, im Handel wird es jedoch nur in Kamera-Sets angeboten. Für einen Aufpreis von ca. 50 – 100 € erhält man auf diese Weise nicht nur ein Kameragehäuse, sondern auch gleich ein passendes Zoom-Objektiv dazu. Wie gut ist dieses Modell und wie schlägt es sich im Vergleich zu den ebenfalls sehr beliebten Pancake-Objektiven von Panasonic? Auf diese Fragen geht der folgende Test ein.

Panasonic Lumix GF2 rot red Kit Objektiv 14-42

Panasonic Lumix G 1:3,5-5,6/14-42 ASPH O.I.S. an der GF2 - © Überlicht (MB)

Ausstattung und erster Eindruck

Die Brennweite des Panasonic Lumix G 1:3,5-5,6/14-42 ASPH O.I.S. entspricht der eines 28-84-mm-Zooms an einer Vollformatkamera. Erwirbt man es im Set mit einer aktuellen Kamera (G2, G10, GF2, GH2), so wird es direkt im Kamerakarton mitgeliefert und beinhaltet das typische Zubehörpaket aus Gegenlichtblende, Beutel sowie Front- und Rückdeckel. Dass es sich um ein günstiges Objektiv handelt, erkennt man bereits am Kunststoff-Bajonett. Dieses könnte bei häufigen Objektivwechseln oder anderen mechanischen Beanspruchungen an seine Grenzen stoßen. Auch der restliche Objektivtubus ist aus leichtem Kunststoff gefertigt, fühlt sich allerdings nicht minderwertig an. Insgesamt ist das Objektiv mit 165g ein echtes Leichtgewicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass ein Bildstabilisator (O.I.S.) verbaut ist.

In der Praxis

Der Autofokus arbeitet nicht zu träge und bleibt zugleich recht leise. Dabei gleicht seine Charakteristik der des 14mm-Pancake-Objektivs. Beim Zoomen verlängert sich das Objektiv ein ganzes Stück, da der Tubus nach vorne herausfährt. Während des Filmens sollte man jedoch auf eine Brennweitenveränderung möglichst verzichten, da der Zoomring einen unangenehmen Widerstand aufweist und sich nur ruckartig bewegen lässt. Weiche Zooms sind somit praktisch unmöglich. Davon abgesehen ist der Brennweitenbereich für Videos durchaus interessant, von der Totalen bis zu leichten Close-Ups ist einiges möglich. Lange Teleeinstellungen kann man mit diesem Objektiv allerdings nicht verwirklichen, dazu muss man auf jeden Fall zu einem echten Teleobjektiv greifen. Sowohl im Bewegt- als auch im Standbild werden viele Nutzer die Naheinstellgrenze von 30 cm schätzen, dank der sie auch kleinere Gegenstände und Details abbilden können. Der Bildstabilisator funktioniert zufriedenstellend und ermöglicht es, auch in schummrigem Licht noch ganz gut zu fotografieren. Dafür ist allerdings die Offenblende (f/3,5 – f/5,6) kleiner, wodurch weniger Unschärfe eingesetzt werden kann als dies mit Panasonics Pancake-Objektiven möglich ist.
Leider vergrößert das 14-42 die Kamera (vor allem im Fall einer GF1 oder GF2) deutlich und beult die Jackentasche stärker aus als die beiden Pancake-Objektive.

Panasonic Lumix GF2 14-42 Koenigssee Boot Alpen Silhouette Berge Paar

Spiegelung, Königssee (2011) - Panasonic GF2 & 1:3,5-5,6/14-42 (21mm, 1/200 sec, f/5,6, ISO 100)

Panasonic Lumix GF2 14-42 Koenigssee Eis Wasser Alm

Eis auf dem Königssee (2011) - Panasonic GF2 & 1:3,5-5,6/14-42 (21mm, 1/200 sec, f/5,6, ISO 100)

Video

Neben Fotos habe ich auch ein kurzes Video mit der Panasonic Lumix GF2 und dem 14-42-mm-Kit-Zoom am Königssee aufgenommen. Diese Eindrücke einer Bootsfahrt zeigen, wie der Autofokus in manchen Situationen arbeitet und wie die Kamera auf einen Dunkel-Hell-Wechsel reagiert. Für ein anspruchsvolles Video sollte man sich natürlich nicht auf den Autofokus verlassen, sondern die Schärfe immer von Hand einstellen, damit ein solches “Pumpen” beim Fokussieren nicht entsteht.
Das gesamte Video wurde bei eingeschaltetem Bildstabilisator freihand gefilmt, mit der höchsten Videoqualität der GF2 im AVCHD-Codec mit einer 1080p-Auflösung und 25 Bildern/Sekunde. Farben und Kontraste der Clips sind unverändert, sie wurden lediglich in Adobe Premiere CS5 geschnitten sowie mit Text und Musik versehen. Die Kompression von Vimeo verringert die Qualität leider etwas, dies sieht man allerdings nur in der Vollbildwiedergabe auf einem “Full HD“-fähigen Monitor.

Abbildungsleistung

Die Vergleichsfotos wurden mit einer Panasonic Lumix GF2 als RAW (RW2) mit ISO 100 fotografiert, in Photoshop CS5 geöffnet und für die Webdarstellung optimiert, ohne sie gesondert zu schärfen. Die Reihen zeigen die linke obere Ecke von Fotos der Brennweiten 14 mm, 25 mm und 42 mm, jeweils bei Offenblende und in ganzen Blendenschritten bis Blende f/11 aufgenommen. Bei kleineren Blenden wurde das Bild wieder schlechter, weshalb ich in der Übersicht auf diese verzichte. Ausschnitte der Bildmitte zeigen praktisch keinen Schärfeunterschied und wurden aus diesem Grund ebenfalls weggelassen.

Panasonic Lumix 14-42 GF2 Testbild Felswand

Panasonic Lumix GF2 & G 1:3,5-5,6/14-42 ASPH OIS - Testmotiv (mit 14 mm Brennweite)

Panasonic Lumix G 14-42 Randschaerfe

Linke obere Ecke, 100%iger Ausschnitt

Wie man sieht, braucht man an den Bildrändern keine überragende Schärfe vom 14-42 zu erwarten. Erst ab Blende f/5,6 (bei 14 mm) bzw. f/8 (bei 25 mm) sehen die Ecken ganz gut aus. Im Telebereich bei 42 mm bleiben sie eigentlich immer ziemlich weich. Hinzu kommt eine sichtbare Vignettierung bei Offenblende und leichter Abblendung. Diese fällt nicht stärker aus, als man es von anderen (auch deutlich teureren) Objektiven gewohnt ist. Lediglich die Art des Helligkeitsverlaufs ist wenig ansehnlich. Statt einer weichen Abdunklung von der Bildmitte zu den Ecken, erhält man stark abgedunkelte Ecken mit einem recht kurzen Verlauf von Hell zu Dunkel. Im folgenden Foto ist dies gut zu sehen.

Panasonic Lumix G 14-42 Vignettierung GF2

Unschöne Vignettierung in den Ecken - Panasonic GF2 & 14-42 (31mm, 1/2000 sec, f/5,6, ISO 100)

Vergleich mit den Pancake-Objektiven 1:1,7/20 und 1:2,5/14

Panasonic Lumix Pancake 14 20 zoom 14-42

Panasonic Lumix G 1:2,5/14, 1:1,7/20 und 1:3,5-5,6/14-42 im Größenvergleich - © Marina Biederbick

Der Besitzer einer kompakten Systemkamera stellt sich zwangsläufig irgendwann die Frage, ob er zu seinem 14-42-Standardzoom ein Pancake-Objektiv oder umgekehrt zu seinem Pancake-Objektiv das Standardzoom benötigt. Was den Punkt Bildqualität angeht, sollen die folgenden Vergleichsaufnahmen diese Frage beantworten helfen. Alle Vergleichsfotos wurden mit einer Panasonic Lumix GF2 als RAW (RW2) mit ISO 100 fotografiert, in Photoshop CS5 geöffnet und für die Webdarstellung optimiert, ohne sie gesondert zu schärfen.

Panasonic Lumix 14-42 14mm

Panasonic Lumix GF2 & G 1:3,5-5,6/14-42 (14mm, f/3,5) - bewegen Sie die Maus auf das Bild für ein Bild des 1:2,5/14 (f/2,5)

Panasonic Lumix G 14-42 Randschaerfe Vergleich 14 mm Pancake

Linke obere Ecke, 100%iger Ausschnitt

Panasonic Lumix 14-42 Mittenschaerfe Vergleich 14 mm Pancake

Bildmitte, 100%iger Ausschnitt

Die Verzeichnung des Zooms ist bei 14 mm Brennweite geringer als die des 14-mm-Objektivs. In den Ecken ist das 1:2,5/14 bis Blende f/5,6 deutlich schärfer, ab Blende f/8 dreht sich dieses Bild komplett um, und das 14-42er scheint ein detaillierteres Bild zu erzeugen. In der Bildmitte ähnelt sich das Verhalten der Objektive, hier ziehen sie jedoch bei Blende f/5,6 gleich und sind fortan quasi identisch scharf.

Panasonic Lumix 14-42 20mm

Panasonic Lumix GF2 & G 1:3,5-5,6/14-42 (20mm, f/4,2) - bewegen Sie die Maus auf das Foto für ein Bild des 1:1,7/20 (f/1,7)

Panasonic Lumix 14-42 Randschaerfe Vergleich 20 mm Pancake

Linke obere Ecke, 100%iger Ausschnitt

Panasonic Lumix 14-42 Mittenschaerfe Vergleich 20 mm Pancake

Bildmitte, 100%iger Ausschnitt

In den Ecken ist das Zoom bei 20 mm Brennweite durchweg etwas schärfer als das 1:1,7/20. Die Bildmitte zeichnet jedoch das Pancake-Objektiv bei allen Blendenstufen ein wenig detailreicher.

Was die Bildqualität angeht, sind die kompakten Festbrennweiten dem günstigen Zoomobjektiv nicht so deutlich überlegen, wie man es vermuten könnte. Die großen Vorteile sind ihre geringe Größe und Gewicht sowie eine zum Teil deutlich höhere Lichtstärke. Der letzte Punkt trifft vor allem auf das 1:1,7/20 zu, dessen Vorteil gegenüber dem Zoom bei gleicher Brennweite fast drei Blendenstufen beträgt. Beim 1:2,5/14 fällt der Unterschied mit einer Blendenstufe um einiges geringer aus. Zum Ausgleichen der geringeren Lichtstärke besitzt das Zoom im Gegensatz zu den Festbrennweiten einen Bildstabilisator. Dieser ist bei statischen Motiven von Vorteil, kann allerdings verkürzte Belichtungszeiten durch eine große Blende nicht ersetzen, wenn schnelle Bewegungen eingefroren werden sollen.

Fazit

Das Panasonic Lumix G 1:3,5-5,6/14-42 ASPH O.I.S. hat mich positiv überrascht. Für den geringen Aufpreis von 50 – 100 € erhält man ein recht vielseitiges Objektiv, mit dem grundlegende fotografische Aufgaben erfüllt werden können. Seine optische Qualität ist zwar nicht herausragend, für den Preis allerdings vollkommen akzeptabel, wie man am Vergleich mit den deutlich teureren Pancake-Objektiven erkennen kann.
Vor allem im Vergleich zum 1:1,7/20 fehlt mir jedoch die Unschärfe als einsetzbares Gestaltungsmittel. Denn am relativ kleinen Micro-Four-Thirds-Sensor erzeugt eine Blende f/3,5 oder gar f/5,6 nicht die gleiche Unschärfe wie an einer Vollformatkamera. Somit bleibt das Lumix G 1:1,7/20 ASPH mein Lieblingsobjektiv für das Micro-Four-Thirds-System. Wer allerdings die Neuanschaffung einer Kamera von Panasonic plant, kann beruhigt das Kit-Objektiv 14-42 mitkaufen. Mehr Objektiv pro Euro erhält man bei Panasonic derzeit nicht.

Kamera und Objektiv wurden mir zum Testen freundlicherweise von Panasonic zur Verfügung gestellt.

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2 Kommentare zu “Zoomobjektiv Panasonic Lumix G 14-42 getestet, mit Pancakes verglichen”

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Als Besitzer der der einstigen Lumix G1, Gh1 und jetzt der GH2 besaß ich das Kitobjektiv H-FS014045E mit 14-45mm (an der G1). Mit der GH1 kam das H-VS014140E mit 14-140mm ins Haus. Dieses war mit Abstand besser. Schärfere Bilder, weniger Aberationen und schnellerer Fokus. Preislich ist das hier beschriebene Kitobjktiv 14-42mm sogar günstiger als das 14-45mm, letzteres hatte mich enttäuscht. Die hervorragende Lumix Kamera blieb weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ich besitzte auch das Pancake H-H020E, 20mm. Seine Offene Blende von F 1,7 ist perfekt für Innenaufnahmen ohne Blitz, nicht nur zu Weihnachten. Über ein neues mit F 1.2 würde ich mich freuen. Henry

  2. Auf eine noch lichtstärkere Festbrennweite warte ich ebenso. Wie wohl sehr viele Panasonic- und Olympus-Fotografen.

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