rss facebook
RSS-Feed abonnieren Fan werden auf facebook

Panasonic Lumix G 1:2.5/14 ASPH im Test

Wie ich bereits in meinem Test der GF1 empfohlen hatte, braucht man ein lohnenswertes Ziel für diese Kamera. Natürlich gilt das ebenso für ein Objektiv und so machte ich mich mit dem neuen 1:2.5/14 am Dienstag direkt nach dem Kauf auf eine Tour in die Berge.

Panasonic Lumix 2.5/14 Pancake Hand

Meine Hand ist nicht übermäßig groß, das Objektiv ist tatsächlich so klein.

Erster Eindruck

Bereits der Karton ist im Vergleich zu anderen Objektivverpackungen winzig. Wenn man ihn öffnet, findet man neben dem Objektiv (verpackt in einer Luftpolstertasche) die Anleitung sowie einen kleinen, schwarzen Objektivbeutel mit Zugband vor. Das Objektiv ist zwar extrem leicht (mit beiden Deckeln gerade 63g), jedoch ebenso wertig verarbeitet wie das 1.7/20. Wertig bedeutet: der Kunststoff des Objektivs fühlt sich nicht billig an und das Metallbajonett sorgt für geringen Verschleiss bei häufigem Wechseln. Beide Objektive werden übrigens in Japan hergestellt.
Der Fokusring ist etwas schwergängiger als beim 1.7/20. Dafür funktioniert der Autofokus absolut lautlos und ist um einiges schneller.

Panasonic 2.5/14 1.7/20 Vergleich Pancake

Panasonic 2.5/14 und 1.7/20

Draußen

Ist man erstmal mit dem 2.5/14 auf der GF1 unterwegs, bemerkt man den Größen- und Gewichtsunterschied zum anderen Pancake-Objektiv nicht wirklich. Offensichtlicher ist da schon die sich ergebende Perspektive. Plötzlich ist es möglich, den Vordergrund auf eine ganz andere Weise in das Bild mit einzubinden. Gestaltet man mit dem 1.7/20 eher mit Schärfe und Unschärfe, so sind es hier Vorder- und Hintegrund, die dem Foto Tiefe verleihen. Der Eindruck eines Ortes lässt sich leichter einfangen – schließlich passt mehr von der Szenerie auf das Bild. Kein Wunder bei einem Weitwinkelobjektiv, dessen Bildwinkel einer Brennweite von 28mm an einer Kleinbildkamera entspricht.

Panasonic Lumix GF1 2.5/14 Pancake Eibsee Bayern

Eibsee, Bayern (2010) - Panasonic GF1 & 2.5/14 (1/125 sec, f/3.5, ISO 100)

Panasonic GF1 2.5/14 Pancake Eibsee Bayern

Eibsee, Bayern (2010) - Panasonic GF1 & 2.5/14 (1/250 sec, f/3.5, ISO 100)

Möchte man doch einmal Unschärfe als Gestaltungsmittel einsetzten, so stößt das Objektiv an technische Grenzen. Zum einen lässt sich mit einem Weitwinkel- im Gegensatz zu einem Normal- oder Teleobjektiv das Motiv nur schlecht freistellen. Zum anderen erzeugt die Blende 2,5 auf dem recht kleinen Four-Thirds-Sensor keine große Tiefenunschärfe. Man muss sich somit in den absoluten Nahbereich begeben, um eine deutliche Unschärfe zu erhalten. Dies wiederum fällt schwer, da die Naheinstellgrenze bei nur ca. 20 cm liegt.

Panasonic Lumix GF1 2.5/14 Pancake Kuhflucht Farchant Bayern

Kuhflucht bei Farchant, Bayern (2010) - Panasonic GF1 & 2.5/14 (1/80 sec, f/2.5, ISO 100)

Innenräume und wenig Licht

Die große Stärke des 1.7/20 war seine hohe Lichtstärke. Wie schlägt sich also das um mehr als eine Blende lichtschwächere 2.5/14? Erwartungsgemäß muss man die ISO-Zahl früher erhöhen und kann nicht in jedem spärlich erleuchteten Raum fotografieren. Doch durch den Weitwinkel ergeben sich andere Perspektiven und es lässt sich mancher Raum abbilden, von dem man sonst nur einen Ausschnitt hätte abbilden können. Sind im Motiv starke Lichtquellen vorhanden, so muss man sich auf deutlich sichtbare Linsenspiegelungen einstellen, wenn man diese nicht durch eine günstige Aufnahmeposition zu verhindern weiß. Insgesamt würde man sich des Öfteren einen Bildstabilisator wünschen

Panasonic GF1 2.5/14 Pancake Kloster Kirche Ettal Bayern

Klosterkirche Ettal, Bayern (2010) - Panasonic GF1 & 2.5/14 (1/20 sec, f/2.5, ISO 800)

Panasonic Lumix GF1 2.5/14 Pancake Fussballplatz Holzkirchen Zaun Blatt

Fußballplatz in Holzkirchen, Bayern (2010) - Panasonic GF1 & 2.5/14 (1/20 sec, f/2.8, ISO 800)

Schärfe und Vignettierung

Was viele interessiert: Wie scharf ist das Objektiv? Bei Offenblende sieht man zu den Rändern hin eine deutliche Unschärfe. Beim Abblenden nimmt diese schnell ab und ist ab Blende 4 sehr gut. In der Mitte ist das Objektiv bereits bei Offenblende ordentlich scharf und verbessert seine Abbildungsleistung durch Abblenden kaum. Mich erstaunte, dass die Schärfe ab Blende 11 derart stark abfällt und sich der Kontrast im Foto verringert. Bei Blende 22 ist das Bild sehr unscharf und matschig, fast wie bei einer Lochkamera. So weit sollte man also nie abblenden.
Die Vignettierung ist bei Offenblende deutlich sichtbar, verschwindet jedoch ab Blende 5,6. Wer sich an Vignettierung nicht stört, kann diese natürlich wunderbar als Gestaltungmittel einsetzen.

Sämtliche Vergleichsfotos wurden als RAW mit ISO 100 fotografiert und in Photoshop CS5 für die Webdarstellung optimiert ohne sie zu schärfen.

Panasonic Lumix GF1 2.5/14 f/2.5

Panasonic GF1 & 2.5/14 (f/2.5)

Panasonic Lumix GF1 2.5/14 f/8

Panasonic GF1 & 2.5/14 (f/8)

Panasonic 14 2.5/14 Pancake Randschaerfe

Linke obere Ecke, 100%iger Ausschnitt

Panasonic 14 2.5/14 Pancake Mittenschaerfe

Bildmitte, 100%iger Ausschnitt

Fazit

Das Panasonic 1:2.5/14 ist eine tolle Erweiterung für die kompakte GF1. Es ergänzt das Set aus ihr und dem vorhandenen 1.7/20 um ein Weitwinkelobjektiv und ermöglicht so einen vielfältigeren Einsatz. Dabei fällt es keineswegs zur Last und passt in jede Jacken(innen)tasche. Auch als einziges Objektiv an einer kompakten Kamera wie der GF1 macht es eine tolle Figur, da es für unauffälliges Fotografieren prädestiniert ist.
Bei schlechter Beleuchtung wünscht man sich wie schon beim 1.7/20 manchmal einen Bildstabilisator. Doch das würde natürlich dem ultrakompakten Konzept entgegenwirken.

Das Panasonic 2.5/14 jetzt kaufen

Das Panasonic Lumix G 1:2.5/14 ASPH ist seit dem 29.10.2010 bei den ersten deutschen Händlern verfügbar und kann u.a. hier gekauft werden..


12 Kommentare zu “Panasonic Lumix G 1:2.5/14 ASPH im Test”

  1. Danke für diesen kurzen aber informativen Bericht, hilft mir ungemein in der Entscheidung!

  2. Das freut mich! Ist die Entscheidung bereits gefallen?

  3. Von mir ebenfalls ein grosses Danke. Mir scheint, dass die Randunschärfe vielleicht in der Praxis noch ok ist und das Objektiv damit in Frage kommt.

  4. @Leser: In der Praxis nimmt man die Randunschärfe bei Offenblende kaum wahr, falls man nicht ausgerechnet eine gleichmäßige Wand fotografiert. Diesbezüglich kann ich Ihre Bedenken beruhigt zerstreuen.

    @Feix: Vielen Dank für den Link, der Artikel erklärt die Problematik sehr gut!
    Mich verwunderte auch weniger das Auftreten des Effekts, als seine recht deutliche Sichtbarkeit bereits bei Blende 11. Erst an dieser Stelle wird einem die relativ kleine Sensorgröße der Four-Thirds-Kameras wieder bewusst.

  5. Dass die Schärfe ab f11 abfällt ist ganz und gar nicht überraschend. Das Problem ist, dass das Beugungsmuster an der Blende dann in dieselbe Größenordnung kommt, wie die Größe der Pixel. Siehe z.B. http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/diffraction-photography.htm

  6. >>>> Das freut mich! Ist die Entscheidung bereits gefallen?

    Ja, bestellt 😉

  7. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Objektiv!

  8. […] nun einige Fotos, die ich letzte Woche geschossen habe. Alle mit der E-PL1 von Olympus und dem Lumix 14mm Pancake. Viel Spass beim Anschauen Mehr Fotos und die Exif-Daten dazu gibt's unter meinem […]

  9. Der Test des Objektivs gefällt mir sehr gut und hat mir dazu verholfen, jenes gerade bei Amazon als „Warehousedeal“ für 245 Euro gekauft zu haben. Glaube, das Wort „Deal“ paßt in diesem Zusammenhang, bin gespannt auf das Objektiv. Eine G2 und eine E-PL1 warten auf ihren Einsatz… 🙂

  10. Das klingt nach einem wirklich guten Preis!
    Wenn Sie etwas bei Amazon über einen Link auf Überlicht kaufen, dann erhalten wir eine kleine Provision. Das freut uns immer besonders. 🙂

  11. Vielen Dank für den sehr gelungenen Bericht!
    Vor allem die Fotos muss ich loben, sie zeigen hervorragend die gestalterischen Möglichkeiten der Linse und haben mich nun vollends überzeugt, mir das Objektiv zuzulegen (schwankte zwischen dem Olympus 9-18 mm Zoom und dieser Festbrennweite).

  12. Zitat:: „Erst an dieser Stelle wird einem die relativ kleine Sensorgröße der Four-Thirds-Kameras wieder bewusst.“
    Das Phänomen der Beugungsunschärfe hat jedoch nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern vielmehr mit der Pixeldichte/Pixelgröße…
    Gruß RS

Schreiben Sie einen Kommentar