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Drei Scanner für ein Halleluja

Alles fing damit an, dass mein alter Scanner (Epson Perfection 4990 Photo) nicht mehr richtig funktionieren wollte: er produzierte regelmäßig Scanfehler. Meine Nachfrage bei Epson ergab, dass eine Reparatur auf Grund fehlender Ersatzteile nicht möglich sei. Daher bestellte ich mir den Nachfolger Epson Perfection V700 Photo bei Amazon. Und damit ging die Geschichte erst richtig los.

Epson Perfection V700 Photo Flachbettscanner

Epson Perfection V700 Photo - © Epson

Beim ersten Anschalten des neuen Geräts beleuchteten die Dioden des Scanners ein Bild des Grauens. Das Auflagenglas war von Innen milchig angelaufen, gefleckt und mit Metallpartikeln gesprenkelt. Für ein optisches Präzisionsgerät ist das natürlich völlig inakzeptabel. Daher schrieb ich sofort eine Email samt Schilderung des Problems an den Kundenservice von Epson und erhielt die Antwort, dass es sich „eher“ um eine „Ausnahme“ handle. Also schickte ich den Scanner an Amazon zurück und erhielt bereits wenige Tage später Ersatz. Mit Spannung hob ich den Deckel des Scanners an und schaltete ihn ein. Diesmal zeigte sich ein ähnliches Bild wie beim ersten Scanner, jedoch erweitert um Fingerabdrücke auf der Innenseite des Auflagenglases. Amazon sah von einem erneuten Austausch ab und erstattete den Kaufpreis. Zudem wurde der V700 vorübergehend aus dem Sortiment genommen, um die Qualitätsprobleme zu klären.

Epson V700 Scanner mit beschlagenem Glas fleckig fog

Beschlagenes Auflagenglas mit glänzenden Metallpartikeln im Epson V700

Neben Wut machte sich Verzweiflung in mir breit. Welche alternativen Geräte zum Scannen von Filmmaterial bieten sich heutzutage? Der virtuelle Trommelscanner Hasselblad X5 kostet inzwischen über 21.000 €. Nikons Coolscan 9000 (ehem. Neupreis über 2000 €) wird seit letztem Jahr nicht mehr hergestellt und scannt ohnehin nur Filme bis zum Mittelformat. Um neben Kleinbild und Mittel- auch Großformat (4×5″ oder 8×10″) digitalisieren zu können bleiben lediglich Epsons Flachbettscanner V700 und V750 PRO (unterscheidet sich vor allem in der Software-Ausstattung) übrig. Alternativ mietet man sich an einem Hasselblad ein oder gibt sein Material zu einem Scanservice. Die letzten beiden Möglichkeiten übersteigen allerdings schnell den Neupreis eines der beiden Epson-Modelle. Aus eigenen Vergleichen ist mir bekannt, dass V700 und V750 PRO eine identische, gute Bildqualität liefern. Diese steht dem Hasselblad X5 deutlich weniger nach, als es der enorme Preisunterschied vermuten lassen könnte. Somit bleibt für den Alltag der V700 die erste Wahl und praktisch konkurrenzlos.

Aller guten Dinge sind drei

Als Amazon eine neue Lieferung des Epson V700 erhielt und ihn wieder ins Sortiment aufnahm, bestellte ich daher das dritte Modell. Ein wohlbekanntes Sprichwort drängte mir dabei unweigerlich in meine Gedanken. Und siehe da: Bei diesem Exemplar ist das Glas klar, nur einige kleine Metallpartikel befinden sich auf der Innenseite. Da diese außerhalb des Scanbereichs für Mittelformat und 4×5″ liegen, werde ich damit leben können.
Ich stelle mir jedoch die Frage, weshalb eine derart nachlässige Qualitätssicherung bei Epson toleriert wird. Auch andere Nutzer (etwa im Forum der britischen Website photo-i) haben ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht, wie mir meine Recherche im Internet gezeigt hat. Dass der Scanner aus keinem Hochlohnland stammt, wird bei einem Blick auf den Schriftzug „Made in Indonesia“ klar. Doch dies sollte auf keinen Fall Produktionsmängel an einem gut konstruierten Gerät rechtfertigen. Gerade wenn dadurch die Qualität unnötig beeinträchtigt wird, schadet das dem Image der gesamten Firma nachhaltig.

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7 Kommentare zu “Drei Scanner für ein Halleluja”

  1. Ok interessant, gut dass es beim dritten Mal geklappt hat. Sieht man ja doch sehr deutlich auf dem Bild dass da was falsch ist mit dem Glas! Ich bin gespannt die Großformatscans demnächst vielleicht mal in live zu sehen.

  2. Dem steht beim nächsten München-Aufenthalt sicherlich nichts im Weg. 🙂

  3. Oh, bisher dachte ich die Epson 700 und 750 wären die Spitzenklasse.

    Immerhin darf man auf die Photokina gepannt sein, Plustek bringt wohl dort den Plustek Pro 120er vor – darf man hier Links einstellen?
    http://plustek.com/mea/products/opticfilm-series/opticfilm-120/introduction.html
    Billig wird er wohl nicht ~ USD 2000. Aber dafür soll er wohl von der Qualität an den Flextight X1 rankommen, ISO konforme D-Max von 4.0

    Der Scanner ist einer meiner wenigen Wünsche momentan – was aber erst mal am Preis scheitern wird.

  4. Die absolute Spitzenklasse sind „echte“ Trommelscanner, welche preislich nochmals deutlich über der Konkurrenz liegen. Hasselblads virtuelle Trommelscanner sind zwar etwas besser als ein Flachbettscanner von Epson, den Preisunterschied rechtfertigen die (grob geschätzt) 20% mehr Bildqualität jedoch nur kaum.

    Wie sich der Plustek in dieses Gefüge einreiht, kann ich mangels Erfahrungen leider nicht beurteilen.

  5. Ja, klar muß man erst mal sehen, was der Plustek wirklich leistet. Das die aber ISO konforme Meßwerte angeben, und keinen Phantasie-Werte ist schonmal vertrauenserweckend.
    Zudem könnten die Qualität auch aufgrund des technischen Fortschrittes besser sein – sofern sie nicht an der Mechanik sparen.
    Mit nem Heidelberg Tangp 7400 Trommelscanner hab ich im Studium mal etwas gearbeitet, tolles Teil. Bedienung fand ich damals etwas gewöhnungsbedürftig – mir hats paar schlecht aufgeklebte Dias/Negative geschredert.

  6. Hallo, der Artikel ist zwar schon ein paar Jährchen alt, doch ich möchte auch etwas dazu schreiben. Bei den V700 / V750 und V850-Modellen, die ich bisher zu sehen bekam (Uni, Freunde) tauchte das Problem mit dem unsauberen Glas nicht auf. Das scheint ja eine fehlerhafte Marge gewesen zu sein. Interessant wird es bei dieser Aussage:

    „Diese steht dem Hasselblad X5 deutlich weniger nach, als es der enorme Preisunterschied vermuten lassen könnte.“

    Das habe ich tatsächlich so auch festgestellt. Warum teils im Netz genau das Gegenteil beschrieben wird, liegt daran, dass man beim Scannen von Filmen sehr genau darauf achten sollte, dass a) der Film in einer ganz bestimmten Höhe über dem Glas liegen sollte und b) dass er nicht durchhängt. Daher haben die neuen V800 / V850 ja die verbesserten Masken mit einstellbaren Füßen und AN-Glas. Ich hatte darüber auch auf meiner Seite geschrieben, wie man das Beste aus den Epson-Flachbettscannern heraus holen kann, indem man zunächst die Filme richtig einlegt: http://analoge-fotografie.net/scannen/epson/#Die-Scanhalter-genau-im-Fokus-platzieren

    Unten habe ich noch ein Vergleichsbild zu einem Imacon Flextight Scanner (einer dieser teuren Dinger, die ich an der Uni nutzen konnte).

    Grüße!

  7. Hallo Thomas,

    ja, da hatten wir scheinbar eine denkbar schlechte Fertigungsmarge erwischt. Sogar Amazon hatte damals die Geräte vorübergehend aus dem Sortiment genommen.

    Ich scanne (wenn ich überhaupt noch dazu komme) auch nur noch mit Anti-Newton-Glas, das ich mir bei Monochrom passend zu den originalen Filmmasken gekauft hatte. Letztere verfügten übrigens schon bei den 700er-Modellen über Füßchen zur Höhenverstellung.

    Schöne Grüße
    Andreas

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